Warum besanden wir auch die Fairways?

Das wir die Grüns, Vorgrüns und Abschläge mehrfach im Jahr besanden ist sicher allgemein bekannt. Aber warum bringen wir auch noch Sand auf den Fairways aus und dann noch so viel?

Wenn heute ein Golfplatz neu gebaut wird erhalten die Fairways nicht nur eine sinnvoll geplante Drainage, sondern auch eine Tragschicht aus einer Mischung von Sand und Mutterboden. Dadurch kann Regenwasser besser aufgenommen und in tiefere Schichten geleitet werden. Staunässe wird vermieden. Neben der Steigerung der Durchlässigkeit im Boden wird auch die für uns wichtige Scherfestigkeit gefördert. Wildkräuter (Unkraut) gedeihen auf diesen nährstoffärmeren Boden schlechter als die gewünschten Gräser.

Mit dem Belassen der Grasabschnitte auf den Fairways füttern wir die Regenwürmer, die zwar den Boden lockern helfen und für eine gewisse Durchlässigkeit sorgen, aber wenn sie Überhand nehmen die Flächen verschlammen. Ein Regenwurm produziert pro Tag etwa 2,5 g Auswurf. Besonders zu schaffen macht uns dieser Auswurf auf den Bahnen 5,11,13 und 17.

Die ersten Versuche dem Problem der Verschlammung Herr zu werden erfolgten auf Bahn 2, die vor fast zehn Jahren in den Wintermonaten gesperrt werden musste. Heute ist der Zustand der Grasnarbe der zweiten Bahn tadellos.

Wir bringen pro Jahr rund 4 Liter Sand entsprechend 4mm Sandhöhe auf den Fairways aus. In zehn Jahren werden wir damit eine etwa 8 cm hohe mit Sand durchmischte Tragschicht haben.

Ferner sollen durch den Sand Unebenheiten ausgeglichen werden die das Schnittbild und die Bespielbarkeit der Fairways negativ beeinflussen.

Besanden ist also zum Erhalt der guten Bespielbarkeit unseres Platzes unerlässlich.

 

Ingo Bollow

Marl,26.10.2017

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